Das Beutelbuch

Das Beutelbuch oder auch Girdlebook, war im Mittelalter eine sehr gebräuchliche Form von eingebundenen Büchern. Wie der Name schon sagt, wird das Buch am Gürtel getragen und ist somit immer dabei und lesebereit. Der Vorläufer des Taschenbuchs oder, was heute das Notebook des Geschäftsmannes ist, war damals das Beutelbuch des Geistlichen, so dass nicht nur der in geistiger Hinsicht bewegliche Intellektuelle das Buch als Reisebegleiter nutzen konnte.

Das „Ende“ des Beutelbuchs kam im 16. Jahrhundert. Um die Bücher besser aufbewahren zu können schnitt man kurzerhand die Ledertüte ab. Es gibt nur noch wenige Originale, eines davon ist im Germanischen National Museum zu besichtigen.

Diese Einbandform ist nicht nur für den „Neuzeitreisenden“ eine Außergewöhnlichkeit. Ein Blickfang als hängendes Gästebuch, Schreibbuch, Tagebuch – ein Schmuckstück aus vergangenen Tagen.

Man vermutet, dass die Namensgeber für den heutigen „Bocksbeutel“ Benediktinerinnen waren. Sie versteckten gelegentlich Flaschen in bauchiger Form in ihren „Bocksbüdeln“, so dass sie ab und zu in stiller Klausur einen Schluck nehmen konnten.